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„Stolperstein“ für Karl Cohen” Initiative des Bürgervereins gegen das Vergessen Wer es noch nicht bemerkt hat: die mit einer Messingplatte beschlagenen Pflastersteine sind nun auch in Gerresheim häufiger zu finden. Leider, weil sie uns an die Opfer nationalsozialistischer Gewalttäter erinnern, und zwar da, wo die ermordeten Mitbürgerinnen und Mitbürger meist jüdischer Herkunft früher gewohnt haben. Am 23. September 2009 gegen Mittag verlegte der bekannte Künstler Gunter Demnig gegen Mittag den „Stolperstein“ des Bürger- und Heimatvereins und drei weitere Steine auf dem Bürgersteig neben der Stadtbücherei-Filiale an der Schönaustraße/Ecke Heyestraße. Der Stein des Bürgervereins erinnert an Karl Cohen, geboren 1895, deportiert am 27. Oktober 1941 nach Lodz und 1944 in Auschwitz ermordet Die weiteren Steine lassen an dieser Stelle an Jeanette Cohen sowie Albert, Hugo und Henriette Küssel gedenken. Albert Küssel wurde als dreijähriges Kind verschleppt. Helga Wehrmann hat die Patenschaft für seinen Stein übernommen und war auch zu dieser Verlegung gekommen. Unspektakulär, aber mit dem Empfinden, hiermit etwas Sinnvolles veranlasst zu haben, nahmen Mitglieder des Vorstands zuschauend und fotografierend auf unsere Art an der Aktion des Bürgervereins teil. Gunter Demnig ging schnell und gut eingeübt zur Sache. Schließlich hat er in weiten Teilen Europas schon solche „Stolpersteine“ gesetzt, setzen müssen. Über 20 000 sind es schon! Am Nachmittag wurde er für diese unermüdliche Bemühung, unsere Erinnerung wach zu halten, in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorfs mit dem Josef-Neuberger-Preis ausgezeichnet. Durch Vermittlung der Mahn- und Gedenkstätte, die Mitglieder des Bürgervereins vor zwei Jahren besuchten, kam der Verein auf die Idee, sozusagen auch „vor unserer Tür in Gerresheim“ diesen düsteren Teil unserer Geschichte aufzuzeigen. Über 200 „Stolpersteine“ sind inzwischen in Düsseldorfer Bürgersteine eingelassen. Bei der „Stolperstein“-Verlegung in Gerresheim waren neben Helga Wehrmann aus dem Vorstand des Bürgervereins Dieter Kappel und Frau sowie der Vorsitzende Dr.Wolfgang Ohneck, Interessierte aus dem nahen Zentrum Plus sowie Manfred Hoth und Peter Böhm anwesend, die beide ehrenamtlich mit der Mahn- und Gedenkstätte in Sachen „Stolpersteine“ zusammenarbeiten. Schließlich nahmen zwei junge Herren einer Fernsehanstalt die Steinsetzung mit viel Einfühlungsvermögen auf. W.O.
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