Zeitleiste zur Geschichte Gerresheims

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870: Der fränkische Adlige Gerrich (lat. Gerricus) gründet ein Damenstift. Seine Tochter Reginbierg (lat. Regenberga) macht er zur ersten Äbtissin der klosterähnlichen Einrichtung.

919: Eine Streifschar Hunnen überfällt das Stift Gerresheim. Die Stiftsdamen bringen sich und die Reliquien des Hl. Hipolyt nach Köln. Während die Stiftsdamen bereits um 950 zurückkehren und 970 eine neue Kirche weihen, gelangen die Heiligengebeine erst 1956 zurück nach Gerresheim.

1236: Einweihung der uns heute bekannten Stiftskirche

1368: Gerresheim wird zur Freiheit erhoben und erlangt damit den Status einer Stadt. Die eigentlichen Stadtrechte erhält Gerresheim spätestens 1388.

16./17. Jh.: Gerresheim leidet unter den Folgen mehrerer Großbrände und des 30-jährigen Krieges.

1586: Umwandlung des ehemals hochadeligen Damenstifts in eine Einrichtung für die Töchter des niederen Adels aus Neuss. In der Folge verliert Gerresheim an Bedeutung.

1738: Am 19. August werden in Gerresheim nach mehr als einem Jahr gerichtlicher Untersuchung,  Folter und Kerkerhaft zwei wegen Hexerei verdächtigte Frauen hingerichtet. Es handelt sich um die letzte Hexenverbrennung Westdeutschlands.

1806: Am 2. Januar wird das Stift infolge des Reichsdeputationshauptschlusses (1803) aufgelöst und in eine Lehranstalt für höhere Töchter umgewandelt. Die Institution nimmt ihren Betrieb aber nie auf. Die Stadt Gerresheim zählt zu diesem Zeitpunkt etwa 800 Einwohner.

1838: Eröffnung des Gerresheimer Bahnhofes an der ersten Eisenbahnstrecke Westdeutschlands von Düsseldorf nach Elberfeld. Es beginnt die Phase der Industrialisierung Gerresheims.

1848: Im Verlauf der Revolution – man kämpfte für ein einheitliches und demokratisches Deutschland – ist Gerresheim Ort einer politischen Kundgebung auf dem heutigen Gerricus-Platz. Einer der Hauptredner ist der Gerresheimer Arzt und Revolutionär Dr. Peter Joseph Neunzig.

1864: Ferdinand Heye gründet an der Eisenbahnstrecke Düsseldorf – Elberfeld eine Glashütte, die Weltruhm erlangen sollte.

1878: Otto Edmund Bender wird am 15. Februar Bürgermeister der Stadt Gerresheim. Bis zu seinem Tode am 6. Mai 1904 bestimmt er die Geschicke des Ortes und gibt dessen Entwicklung wichtige Impulse. Bender ordnet die städtischen Finanzen, engagiert sich im Bereich des Schul- und Verkehrswesens und sucht nach einem Ausgleich zwischen der katholischen und protestantischen Bevölkerung. In seiner Amtszeit werden Bürgersteige angelegt, Straßen begradigt und gepflastert, die Straßenbahnverbindung nach Düsseldorf eingerichtet und die erste Apotheke von Gerresheim eröffnet. Im Juni 1878 kämpft er gemeinsam mit Anton Fahne und Ignaz Dreher mit Erfolg gegen die Verlegung des Friedensgerichts nach Düsseldorf. Als Diener des preußischen Staates sorgt er aber auch für die Durchsetzung der so genannten Sozialistengesetze. Im gleichen Jahr wird die evangelische Gemeindekirche geweiht.

 

1909: Am 1. April wird Gerresheim gemeinsam mit Himmelgeist, Eller, Ludenberg, Rath, Heerdt (mit Ober- und Niederkassel), Lohhausen und Stockum nach Düsseldorf eingemeindet. Die Eingemeindung Werstens hatte bereits 1908 stattgefunden. Die Bestätigung aus Berlin erfolgt erst am 21. Mai 1909

1913: Gerresheim zählt etwa 15500 Einwohner. Die Heye’sche Glashütte ist inzwischen zur größten Flaschenfabrik der Welt herangewachsen und um das Werk herum entsteht seit 1864 ein neues Viertel – das südliche Gerresheim –, in dem die Glasarbeiter leben und arbeiten.

 

Interssantes aus Gerresheim + Umgebung

 

Das Kanalsystem in Gerresheim – eine unendliche Geschichte

Wieder Kanalbauarbeiten -diesmal: Unterhalb der Gleisanlage der DB zwischen der Heye – und Höherhofstraße.

Wie die Verwaltung berichtete, wurden im Rahmen von Kanalzustandsbesichtigungen  in der Bahnquerung Schäden am Kanalsystem festgestellt, die eine Sanierung des Systems unterhalb der Gleisanlage  der DB vom Zugangsbereich der Bahnsteige auf Seite der Heyestraße bis zum Einmündungsbereich der Höherhofstraße zur Glashüttenstraße erforderlich machen.
Die Erneuerung wird überwiegend unterirdisch erfolgen. Lediglich eine offene Baugrube muss im Zugangsbereich Bereich der Bahnsteige auf Seite der Heyestraße erstellt werden.

Die Arbeiten zur Erneuerung der Kanalisation werden voraussichtlich Ende November 2016 beginnen.

Die Baumaßnahme beginnt mit der Herstellung einer Baugrube im Fußgängerzugang zum Bahnsteig zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Kiosk. Um den Zugang zum Bahnsteig zu gewährleisten, wird eine Umleitung um den Kiosk herum eingerichtet. Nach der Herstellung der Baugrube dient diese als Zugang für die restlichen Sanierungsarbeiten unterhalb der Gleisanlage. Für die Arbeiten in der Höherhofstraße wird keine Baugrube hergestellt. Der Zugang zu der unterirdischen Baustelle erfolgt über einen vorhandenen Schachteinstieg innerhalb der Fahrbahn, für den eine kurzzeitige Einfriedung eingerichtet wird.

Es ist geplant, die Arbeiten bis Ende Januar 2017 abzuschließen.

Noch vor Beginn der Tiefbauarbeiten will die Stadt von den nahe angrenzenden Gebäuden und Nebenanlagen ein Beweissicherungs-Gutachten fertigen lassen.

 

            Haltestelle Hardenbergstraße – Barrierefreiheit vergessen?

Vor zwei Jahren wurden die Rheinbahn-Haltestellen an der Heyestraße ausgebaut. Mit einer Ausnahme: Der Ausbau der Haltestelle Hardenbergstraße, Richtung S-Bahnhof, wurde – vernünftigerweise – auf 2016 verschoben, da Arbeiten an der Kanalisation bevorstanden. Doppelte Belästigungen sollten  vermeiden werden.
Die Kanalisationsarbeiten wurden im November abgeschlossen – aber von Barrierefreiheit der Haltestelle ist nichts zu sehen. Der Grund? Eine überzeugende Antwort konnte die Verwaltung in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung nicht geben. Die Bezirksvertreter forderten daraufhin, die Maßnahme müsse umgehend nachgeholt werden. „Viele der Besucher der gegenüberliegenden kirchlichen Einrichtungen werden von Senioren besucht, die mit der U73 anfahren und auf die Barrierefreiheit hofften“, so die Begründung. Michael Kneist vom BHV-Vorstand wird die Rheinbahn anschreiben    und auf die Dringlichkeit hinweisen.